Navigation überspringen
Fotovorschau und Logo ausblenden
Quick-Navigator:
Suche:
Sprache Deutsch Deutsch
Impressionen
Q-Navigator
Startseite » Obstplantage 

Obstplantage


Der Apfel - eine heimische Frucht, die viele Genießer hat

Klingenberg ist berühmt durch den Weinbau. Was aber vielen unbekannt ist, ist die Tatsache, dass sich an den Ausläufern des Spessarts, in der Flurabteilung Roßberg in ca. 300 m über NN, die größte Gemeinschaftsobstplantage Bayerns befindet. Sie erstreckt sich bis in die Gemarkung Großheubach hinein.

Heute bestimmen marktgängige Sorten die Obstanlage. Auf der inzwischen auf ca. 40 ha. angewachsenen Fläche stehen zur Zeit ca. 60.000 Bäume. Auf der Plantage gedeihen 25 Sorten. Darunter die Sorten Delbarestivale, Gala Royal, Rubinette, Pinova, Braeburn, Elstar, Jonagold, Cox-Orange, Gloster, Boskoop, Idared, Golden-Delicious und James-Grieve u.a.

Entstehung der Obstplantage Röllfeld ‑ Großheubach
Im Frühjahr 1958 planten der Obst‑ und Gartenbauverein sowie einige Obstbauern aus Röllfeld auf Vorschlag vom damaligen Fachberater für Obst- und Gartenbau am Landratsamt Miltenberg Ernst Laube, in der Flurabteilung Roßberg eine Gemeinschafts-obstanlage zu errichten. Im selben Jahr wurde auch in Großheubach beschlossen, eine Obstplantage zu gründen. Auf dem Plateau des Roßbergs wurden über die damalige Landkreisgrenze von Röllfeld und Großheubach hinweg Obstbäume gepflanzt. So entstand die größte Gemeinschaftsobstplantage in Bayern mit einer Fläche von 28 ha (davon gehörten zu Röllfeld 20,5 ha und zu Großheubach 7,5 ha). Früher gehörten 116 Mitglieder dem Obstbauverein an, heute sind es noch 40.

Großheubach vergab seine Bäume (heute Anteile) an die Besitzer der einzelnen Flurstücke. In Röllfeld konnte jeder Bürger einen Antrag über die Anzahl der Bäume, die er haben wollte, einreichen. Die Anträge wurden dann ausgelost. Gemeinschaftlich setzte man Sorten wie Cox-Orange, Goldparmäne, Boskoop, James Grieve, Berlepsch, Champagner-Renette und Ontario.


Neue Sorten kurz vorgestellt
Neben den gängigen Apfelsorten gibt es auch solche, die noch wenig bekannt sind, aber immer mehr den Markt erobern. Eine neue Tafelsorte ist der Braeburn. Er präsentiert sich grüngelb mit braunroten Streifen, knackig und saftig-süß im Geschmack. Zu den besten Tafeläpfeln zählt der Rubinette. Er ist leuchtend rot gestreift auf gelbem Grund und verwöhnt den Gaumen mit seinem hervorragenden Aroma und der erfrischenden Säure bei hohem Zuckergehalt. Ein festes, saftiges, angenehm süßsäuerliches Fruchtfleisch besitzt der Pinova. Er ist durch seine gute, problemlose Lagerfähigkeit bestens als Wintertafelapfel geeignet. Ein knackiges aromatisches Fleisch hat der Elstar, der sich goldgelb mit leuchtend karminroter Backe präsentiert.

Integrierter kontrollierter Anbau
Auf der gesamten Obstplantage werden chemische Mittel nur sehr selten eingesetzt. In erster Linie wird versucht, mit Nützlingen (Raubmilbe, Marienkäfer, Flohrfliege, Zehrwespe) die Schädlinge zu bekämpfen. Um die Fortpflanzung der Hauptschädlinge wie Apfelwickler und Fruchtschalenwickler zu verhindern, wird die Verwirrungsmethode eingesetzt. Dazu werden sog. Dispenser, die Duftstoffe enthalten, nach einem bestimmten Raster an die Bäume gehängt. Dadurch entsteht eine große Duftglocke aus weiblichen Sexuallockstoffen, die es männlichen Insekten nahezu unmöglich macht die weiblichen Tiere zu finden. Dadurch kann auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet werden.

Sollte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig sein, werden nur solche verwendet, die die Nützlinge schonen. Die Plantage unterliegt den strengen Richtlinien des LKP (Landeskuratorium für Pflanzenbau), die jedes Jahr einmal überprüft werden. Beratung zum Pflanzenschutz bietet auch die Regierung Unterfranken. Es gibt Warnhinweise, wann Infektionen zu erwarten sind. Dazu werden die Ergebnisse von Pilzsporenfängern der Messstationen ausgewertet und per Computerstimulation den ungefähren Zeitpunkt des Befalls errechnet . So kann rechtzeitig Abhilfe geschaffen werden.



Klingenberg a.Main
Furtwänglerweg 1 | 63911 Klingenberg a.Main | Tel.: 09372 1330 | stadt@klingenberg.de