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Startseite » Rathaus & Bürgerservice » Europäischer Kulturweg Röllfeld - Schmachtenberg 

Europäischer Kulturweg Röllfeld - Schmachtenberg


Bild von der Eröffnungswanderung am 14.04.2019 kurz vor der Station "Röllfelder Obstbau" Europäischer Kulturweg "Auf dem Totenweg durch's Paradeis"

Länge: 13 km

Der Kulturweg Röllfeld-Schmachtenberg verläuft zum Teil auf dem ehemaligen Kirchweg oder auch Totenweg, auf dem die Schmachtenberger Einwohner zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert zum ehemaligen Friedhof Grubingen gelangten, um sich dort ihrem Seelenheil zu widmen oder auch um Verstorbene zu bestatten. Da der Weg durch das "Totenwäldchen" und vorbei an der Gemarkung "Paradeis" führt, trägt der Kulturweg den Beititel "Auf dem Totenweg durch's Paradeis".

Der Rundweg berichtet auf seinen Tafeln anschaulich von der Kultur der beiden Orte, vom Obstbau, von den ehemaligen Mühlen, die einst vom Röllbach gespeist wurden und auch von Kuriosem, wie dem "Zuckerhäuschen", wo einst der Fabrikant Otto Klingenberger in den 50er Jahren eine Schokoladenfabrik gründete und Osterhasen in großer Stückzahl produzierte.


Der Wegverlauf

Der Kulturweg startet in Röllfeld an der Pfarrkirche, wo eine Doppeltafel über die Ortsgeschichte erzählt, führt durch die Himmeltaler Straße zur Hochkreuzkapelle und anschließend zur zweitenTafel an der Paradeismühle (Einkehrmöglichkeit gibt es bereits zu Beginn der Tour im Gasthaus "Fröhlicher Mann" im "Winzerhof Wengerter" und in der "Paradeismühle"). Nun überquert der Weg die Kreisstraße MIL1 und führt ansteigend durch den Lausgraben, vorbei an ehemaligen Weinbergsanlagen durch das "Totenwäldchen" und danach zur dritten Tafel "Schmachtenberger Obstbau" (Einkehrmöglichkeit Gasthaus "Zur Sonne", (Odilo). Nach einer Wegschleife durch Schmachtenberg (vierte Tafel) gelangt der Wanderer schließlich zum "Zuckerhäuschen" (fünfte Tafel) und durch den Wald wieder zurück zum Ausgangspunkt (Schlussrastmöglichkeit im Wanderheim Röllfeld).

6 großen Tafeln und 6 kleineTafeln informieren über die Geschichte und die Besonderheiten der beiden Orte und den Ursprung des Totenweges von Schmachtenberg nach Grubingen.

Station 1 - Start in Röllfeld
Bis 1660 gehörte Röllfeld, das erstmals um das Jahr 1000 als Rochivelt erwähnt wird, zu zwei unterschiedlichen Herrschaftsgebieten, die vom Röllbach getrennt wurden. Der Kulturweg beginnt an der Röllfelder Kirche, die 1623 als Ersatz für Grubingen erbaut wurde. 1893 wurde sie erweitert und der Turm hinzugefügt. Nicht weit davon steht das alte Rathaus mit dem Brunnen von 1905.
Ihren Spitznamen »Sandhasen« haben die Röllfelder vom sandigen Untergrund der Mainauen. Der Boden war hier nicht sehr fruchtbar, doch musste die Bevölkerung von der Landwirtschaft leben. Folgen Sie der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund auf einer Länge von 13 km.

Station 2 - Paradeismühle
Wie aus einer Steininschrift am Türeingang im Hof zu
entnehmen ist, wurde die Paradeismühle im Jahre 1798 erbaut. Ihren Namen hat sie von der benachbarten Waldabteilung »Paradies«. Anfänglich wurde die Mühle ausschließlich zum Kornmahlen genutzt. Um die Einnahmen zu erhöhen, wurde später eine Säge eingebaut. 1925 kam eine kleine Wirtschaft dazu. Dies machte die Schneidmühle zu einem beliebten AusflugszieL Heute wird die Paradeismühle als Hotel und Restaurant betrieben. Gegenüber lag früher oberhalb des heutigen Röllbacher Weinbergs die Weinbergsfläche Schmachtenbergs, die heute komplett bewaldet ist.

Station 3 - Schmachtenberger Obstbau
Schmachtenberg war früher von Streuobstwiesen umgeben. Rechts und links der Flurwege standen Bäume, die alle registriert und gezählt waren. Aus dem Jahr 1878 weiß man, dass 939 Apfelbäume, 996 Zwetschgenbäume, 255 Birnbäume, 33 Walnussbäume und 5 Kirschbäume vorhanden waren. Die Menge der geernteten Äpfel erlaubte den überregionalen Verkauf und damit ein zusätzliches Einkommen. Mit der Flurbereinigung nach dem 2. Weltkrieg und dem damit verbundenen Verschwinden vieler Obstbäume endete der Export Schmachtenberger Obstes.

Station 4 - Schmachtenberg
1268 wird der Ort Schmachtenberg erstmals schriftlich erwähnt. Die alte Schmachtenberger Kapelle stand am oberen Eingang des Dorfes, wo sich jetzt der sogenannte Schulgarten befindet. Dort richteten die Schmachtenberger um 1630 ihren ersten Friedhof ein. Bis dahin
brachten sie ihre Toten nach Grubingen. 1759 wurde die heute bestehende Kirche gebaut und der Friedhof dorthin verlegt. Die bekannteste Schmachtenberger Persönlichkeit ist Prof. Anton Ritter von Scholz (1829-1908), der den Aufstieg aus einfachen Verhältnissen bis zum Professor an der Universität Würzburg schaffte und 1879/80 Rektor der Universität war.

Station 5 - Zuckerhäuschen
Der Fabrikant Otto Klingenherger hatte 1946 die Idee, seine Produkte mitten im Wald herzustellen und gründete 1946 hier eine Schokoladenfabrik. ln der Zeit des Wirtschaftswunders spezialisierte er sich auf die Herstellung von Osterhasen. Es bot sich an, die im Frühling mit der Osterzeit beginnende Saison fortzuführen und so wurde im Zuckerhäuschen ein Ausflugslokal eingerichtet, das ab 1. Mai geöffnet hatte. Publikumswirksam wurde ein »Osterhasenpaar« ausgestattet, das an den beiden Hauptterminen am Palmsonntag und am Ostersonntag die Schokoladenhasen persönlich verteilte. Die Osterhasen kamen auch in die Schule oder Schulausflüge wurden zum Zuckerhäuschen veranstaltet. Bis etwa 2005 bestand der »Märchenpilz«, der als Verkaufsstand diente und mit bunten Märchenbildern bemalt war. Eigentlich war dies ein sogenannter Milchpilz, ein in den 1950er Jahren entwickelter Kiosk für Milchprodukte.

Station 6 - Außenstation Grubingen
Als »Grubingen« bezeichnet man den ummauerten ehemaligen Friedhof, in dessen Mitte eine kleine Kirche stand, die im 18. Jahrhundert abgetragen wurde. Die erste urkundliche Nennung erfolgte Anfang des 14. Jahrhunderts, als Grubingen Pfarrkirche und Friedhof für Klingenberg, Röllfeld, Laudenbach und Schmachtenberg war. Die Pfarrei hatte reiche Einkünfte, doch entstand an dieser Stelle nie eine Ortschaft, so dass mit der Zeit die zahlreicher werdenden Kirchgänger der wachsenden umliegenden Dörfer gerne bei sich ein eigenes Gotteshaus besucht hätten. 1430/40 erhielt Klingenberg eine eigene Pfarrei, 1623/24 wurde in Röllfeld eine Kirche gebaut und ab 1630 gingen die Schmachtenberger in Klingenberg zur Kirche. 1778 wurde die Kirche abgerissen und der Friedhof aufgelassen.

Das Kreuz, die Einfriedung, Sandsteintafelen und alte Grabsteine sind noch als Relikte des ehemaligen Kirchhofs Grubingen übrigHier gelangen Sie zu "Spessartprojekt.de" mit weiteren Informationen, dem Wegverlauf und einem Flyer






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